Alexander Müller

Der Verteidiger deiner Freiheit: Was in der Zeitung steht, stimmt

Die BILD kam letzten Donnerstag mit einer Schlagzeile, die einem den glauben an die Presselandschaft nehmen kann. „Neues Sturmgewehr gefährdet unsere Soldaten“ stand da zu lesen, mit heftigen Vorwürfen an unser Bundeswehr-Beschaffungsamt. Kritisiert wurde, dass das neue Gewehr der Bundeswehr nicht gründlich genug geprüft worden sei, dass bei den Präzisions-Tests zur Treffsicherheit die Munition nicht vorher eingefroren oder erhitzt worden sei, und dass das Testen 12 Millionen Euro koste. All das sei ein Skandal und gefährde die Sicherheit unserer Soldaten. Jeder Leser muss jetzt denken, unsere Beschaffungsbehörde arbeite schlampig, wirft Geld zum Fenster raus, und das Gewehr würde nicht richtig treffen. Was war in Wirklichkeit passiert? Die Bundeswehr führt ein neues Gewehr von der Firma Heckler und Koch ein, welches bereits in Frankreich und Norwegen als Standard-Waffe eingeführt ist, und bei den Spezialeinheiten der USA, den Navy Seals, benutzt wird.
Jetzt kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass wir es wie jedes andere Gewehr besonders gründlich testen, und mit allen möglichen Munitions-Sorten durchtesten, außerdem die Munition auf Extrem-Temperaturen bringen, und so weiter. Die Bundeswehr hat sich aber entschieden, Zeit und Kosten zu sparen, und die Tests in einem nicht ganz so aufwendigen Setting durchzuführen. Es steht übrigens nirgendwo, dass das Gewehr nicht treffen würde. Aber man kann durchaus davon ausgehen, dass das Gewehr der US-Spezialeinheiten durchaus eines ist, welches in der Regel wohl präzise treffen dürfte, und nicht mit dem höchsten Aufwand erneut geprüft werden muss.
Die kritisierten 12 Millionen, die der Test kostet, dürften vermutlich mehrfach so hoch sein, wenn man den Test so aufwendig gemacht hätte, wie manche es gerne hätten. Das Leben unserer Soldaten wird dabei nicht gefährdet, sondern sie bekommen schneller ihr neues Gewehr, weil die Tests kürzer sind, und auch weniger Steuergeld kosten. Zwei Dinge kann man als Lehre mitnehmen: man sollte bei manch reißerischer Schlagzeile zweimal hinschauen. Und: Die Bundeswehr arbeitet seit der Zeitenwende nicht mehr so bürokratisch wie früher, zu Zeiten der „Merkel-Bundeswehr“. Es wird nicht mehr Paragraf für Paragraf abgearbeitet, bis wir mal irgendwann wieder Nachschub in die Truppe kriegen, sondern jetzt wird mit gesundem Menschenverstand schneller und kostengünstiger gearbeitet. Und das kann noch besser werden, aber die Richtung stimmt auf jeden Fall.