Alexander Müller

Der Verteidiger deiner Freiheit: Bildungs-Chancen und Haushalt

Das Bildungs-Niveau unserer Schulabsolventen ist im internationalen Vergleich seit vielen Jahren im Mittelfeld oder sogar noch darunter. Damit darf man sich nicht zufrieden geben! Viele kluge Menschen haben sich Gedanken gemacht, wie man Verbesserungen im Bildungs-System erreichen kann, was also geändert werden muss, und an welchen Stellschrauben dafür gedreht werden muss. Dabei fiel auf, dass wir vom Idealbild, dass alle Schülerinnen und Schüler gleiche Chancen haben müssen, egal aus welchem Elternhaus sie stammen, noch ein Stück weit weg sind. Untersuchungen zeigen, dass Kinder aus Familien mit hohem Bildungsniveau tendenziell auch besser abschneiden im Vergleich mit anderen. Dass bei diesen Kindern zuhause sehr darauf geachtet wird, dass sie Hausaufgaben-Unterstützung und jeglichen Support erhalten, ist aber nur ein Grund für deren Erfolg. Es gibt in Deutschland Schulen, deren Einzugsgebiet dafür sorgt, dass sie als „Brennpunkt-Schulen“ bezeichnet werden: ein hoher Armutsgefährdungs-Anteil sorgt für höhere Gewaltbereitschaft und Aggressivität in der Schülerschaft als anderswo, und hohe Migranten-Anteile bringen oft noch sprachliche Defizite der Kinder mit sich, insbesondere wenn zuhause nicht Deutsch gesprochen wird. Verschiedene Versuche haben gezeigt, dass man mit besserer Ausstattung dieser Schulen gute Erfolge erzielen kann.
Durch mehr Lehr-Personal, und Extra-Personal zur Lösung von Problemen in der Schülerschaft oder der Schaffung von Extra-Angeboten konnte der Lern-Erfolg gesteigert werden. Wenn dazu noch eine bessere Schul-Infrastruktur kommt, also ordentlich sanierte Gebäude mit funktionierenden Toiletten, mit einem modernen Lern-Umfeld, welches vielleicht zusätzliche Räume für bestimmte Angebote einschließt, kann dies in Summe deutliche Verbesserungen bringen. Von Vorteil ist auch, wenn die einzelnen Schulen nicht allzu straff von den Schulämtern geführt werden, sondern mehr Eigenständigkeit erhalten, und eigene Ideen ausprobieren können. Jede Schule ist anders, und oft gibt es in den Schulgemeinden gute Ideen, denen man Raum lassen muss.
Nach der Auswertung vieler solcher Modell-Projekte hat die Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger daher in der vergangenen Woche das Startchancen-Programm auf den Weg gebracht: 4.000 Brennpunkt-Schulen in Deutschland werden diese Extra-Unterstützung bekommen, und dafür werden in den kommenden Jahren 20 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Das ist ein großes Programm, welches das Aufstiegs-Versprechen an die Schülerinnen und Schüler erneuern soll: es spielt keine Rolle, woher ihr kommt und wie eure Situation zuhause jetzt ist, entscheidend ist einzig, was ihr gerne werden wollt! Wir wollen euch alle Unterstützung dabei geben, eure Berufs- und Lebensträume wahr werden zu lassen! Zusammen mit dem Digitalpakt, der große Investitionsmittel für die digitale Bildung in den Schulen bereitstellt, sind damit die Weichen gestellt für dieses wichtige Ziel.
Neben dem Startchancenprogramm, das mit dem Beschluss des Haushalts 2024 starten kann, haben wir es auch geschafft, erneut einen nachhaltigen Haushalt aufzustellen, der mit minimalen neuen Schulden auskommt, in Einklang mit der Schuldengrenze des Grundgesetzes. Die Debatte zum Haushalt 2024 letzten Mittwoch kann ich jedem nur empfehlen, der sich für Politik interessiert: Ein angriffslustiger Oppositionsführer Friedrich Merz, aber auch ein leidenschaftlicher Bundeskanzler und viele weitere gute Rede-Beiträge haben gezeigt, dass unsere Demokratie lebendig ist, und unterschiedliche Ideen im Wettbewerb stehen.